.:ZooGeschichten:.
Geschichten aus dem Zoo – Eisbärbaby Knut, Flocke und Co. …

Dreharbeiten mit Hannes Jaenicke im Berliner Zoo

Herberstein
Geschrieben in Zoo Doku Soaps im Zweiten  von reinxen am 2. Juli 2009

Hannes Jaenicke im Einsatz für die Eisbären

Im August 2008 dokumentierte das ZDF, wie sich Hannes Jaenicke in Asien für Orang-Utans einsetzt, jetzt kämpft der TV-Star für Eisbären. An seiner Seite: Knut.

nachmittag wurde gedreht im Berliner Zoo. Das ZDF setzt die Dokureihe fort, in der vom Aussterben bedrohte Tierarten in den Blick rücken. Die Dreharbeiten für die einzigartige Dokureihe starteten bereits schon vor Monaten.

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Für die Folge “Hannes Jaenicke im Einsatz für Eisbären” reist Jaenicke mit seinem Team bis in die Arktis, um sich von der Bedrohung selbst ein Bild zu machen. Doch die Spur führt auch nach Deutschland. Nicht nur dass der hiesige Energieverbrauch zur globalen Klimaerwärmung beiträgt, die den Lebensraum des Eisbären dramatisch bedroht, Jaenicke stößt auch auf weitere erschreckende Tatsachen: Deutsche Jagdveranstalter bieten ganz legal die Jagd auf Eisbären an. Und sämtliche Eisbärentrophäen wie Felle, Schädel, Krallen und Köpfe können problemlos in Deutschland eingeführt werden – mit einer Ausfuhrgenehmigung des Herkunftslandes, die sehr einfach zu bekommen ist. In Deutschland werden diese Jagdtrophäen als Haushaltsgegenstände deklariert. Ist Knut formal also nichts weiter als ein Teppich? Kann ein Land wie Deutschland so mit einer vom Aussterben bedrohten Tierart umgehen?

Diesen Fragen von Hannes Jaenicke stellt sich am Mittwoch bei den Dreharbeiten vor Knuts Gehege im Berliner Zoo Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: Als Folge der Recherchen will Hannes Jaenicke Knuts Patenonkel dazu bewegen, die Einfuhr von Eisbärenprodukten nach Deutschland erheblich zu erschweren und somit dem Jagdtourismus Einhalt zu gebieten.

Heute machte sich der engagierte Schauspieler nun in Berlin bei Bundesumweltminister Sigmar Gabriel für die Eisbären stark.

Sogar bis in die Arktis reist Jaenicke und sein Team, um sich selber ein Bild der Lage zu beschaffen. Doch nicht nur in der Arktis, auch in Deutschland gibt es schreckliche Meldungen. Deutsche Jagdveranstalter bieten ganz legal die Jagd auf Eisbären an. Und sämtliche Eisbärentrophäen wie Felle, Schädel, Krallen und Köpfe können problemlos in Deutschland eingeführt werden – mit einer Ausfuhrgenehmigung des Herkunftslandes, die sehr einfach zu bekommen ist. In Deutschland werden diese Jagdtrophäen als Haushaltsgegenstände deklatiert. Ist Knut formal nichts weiter als ein Teppich? Kann man in Deutschland so mit einer vom Aussterben bedrohten Tierart umgehen?

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Hannes Jeanicke setzt sich für Eisbären ein, mit der ZDF-Doku soll was bewegt werden. Hannes Jeanicke spielt seit 1984 in zahlreichen Filmen und Serien mit. In der RTL-Serie “Post Mortem” im Jahr 2006/2007 hat er die Hauptrolle gespielt.

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Weiterhin hat er mitgespielt im Tatort, Speer und Er, Der Stich des Skorpion, Pfarrer Braun, Blast – Dem Terror entkommt niemand, Halbtot und noch zahlreichen weiteren Film- und Serienproduktionen.

4 Antworten zu “ Dreharbeiten mit Hannes Jaenicke im Berliner Zoo”

  1. reinxen schreibt:

    Hannes Jaenicke hat geschafft, was fast unmöglich ist: eine anspruchsvolle Problemstoff-Doku in der Primetime des ZDF zu platzieren. Und doch hat er Grund, sich zu ärgern, denn exakt zur selben Zeit wie “Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Eisbären”, am Dienstag, 08.09., 20.15 Uhr, läuft bei Sat.1 die Komödie “Allein unter Töchtern” – mit Jaenicke in der Hauptrolle. Gut, könnte man jetzt sagen, so ist es nicht ausgeschlossen, dass an diesem Abend ingesamt zehn Millionen Menschen, vielleicht mehr, in den Genuss des in Kalifornien lebenden TV-Stars kommen – möge jeder für sich entscheiden, ob Komödie oder Aktivisten-Doku. Aber wer um Jaenickes Engagement weiß, wer in einem seiner Interviews oder Talkshowauftritte erlebt hat, wie leidenschaftlich er gegen Tierquälerei und ökologische Missstände schäumen kann, weiß, dass der 49-Jährige niemals zufrieden sein kann, wenn er sich unfreiwillig selbst Konkurrenz macht. Die Schauspielerei ist sein Beruf, Tierschutz sein Anliegen – wie kann beides direkt gegeneinanderstehen?

  2. reinxen schreibt:

    “Ich mache seit 25 Jahren leichte Unterhaltung, mit größtem Vergnügen. Aber jetzt will ich das Fernsehen und seinen Einfluss auch mal nutzen, um etwas zu transportieren, das nicht jeden Tag aufgearbeitet wird”, erklärte Hannes Jaenicke vor einem Jahr.

    Es galt, auf seine erste große Tierschutz-Doku mit Filmemacherin Judith Adlhoch aufmerksam zu machen. Der ergreifende ZDF-Film über Jaenickes “Einsatz für Orang-Utans” lief damals erst nach 23 Uhr, aber er animierte die Menschen zur Hilfe: Die Zuschauer spendeten im Anschluss an die Sendung am 13. August 2008 über 150.000 Euro, zudem wurden 25.000 Quadratmeter Regenwald zum Schutz der Orang-Utans gekauft und 450 Patenschaften für die rothaarigen Menschenaffen übernommen. Die hoch gelobte Dokumentation konnte 1,04 Millionen Zuschauer vor den Bildschirm locken. Ein Erfolg. Nun sind die ebenso bedrohten Eisbären an der Reihe – zur Primetime, und man möchte lieber nicht so böswillig denken, dass die wohlwollende Einstufung der Programmplaner auch etwas mit “unserem” Knut im Berliner Zoo zu tun haben könnte.

    Jaenicke drehte auch im Tiergarten. Schließlich ist es in einem solchen Film zwingend Thema, dass weltweit hunderte Eisbären in Zoos oder Zirkussen leben – nur noch knapp 25.000 Exemplare gibt es auf dem Planeten. Im Berliner Zoo erlebt Jaenicke Knut als “winkenden Hofnarr, der wenig mit dem majestätischen Raubtier aus der Arktis zu tun hat”.

    Viel absurder: Für 30.000 Euro kann man ganz legal eine Eisbärenjagd buchen. Auf der größten Jagdmesse Europas stellt Jaenicke die deutschen Jagdveranstalter und Jäger zur Rede. Er wendet sich mit seinem Anliegen auch direkt an Umweltminister Sigmar Gabriel. Am beeindruckendsten sind allerdings die Bilder, die Jaenicke in der Arktis zeigen. Mit dem bekannten Bärenexperten Matthias Breiter begibt sich der Schauspieler auf Tuchfühlung zu einigen wildlebenden Exemplaren.

    Hannes Jaenicke ist definitiv nicht noch ein Schauspieler, der sich als Gutmensch geriert und nach sozialen oder ökologischen Meriten trachtet. Sein Engagement ist dafür zu aufwendig, zu nachhaltig, zu ehrlich. “Da ich seit meinen Teenagerjahren Greenpeace-Mitglied bin, lag es auf der Hand, dass ich Umweltthemen aufgreife – und zwar so, dass die Leute nicht vor Langeweile gähnen”, erklärt er. “Ich erinnerte mich an das Buch Die Letzten ihrer Art des englischen Schriftstellers Douglas Adams und fragte mich: Warum hat das noch keiner fürs Fernsehen gemacht? Im Moment verschwinden pro Tag zirka 140 Arten von unserem Planeten.”

    Der Schauspieler weiß selbst am genauesten, dass es ein schwieriger Balanceakt ist, als Jetset-Star ökologisches Engagement zu verkaufen: “natürlich ein fauler Kompromiss”, meint er. “Und ich sage ganz klar, dass ich zu viel fliege, was in meinem Beruf aber nicht zu vermeiden ist.” Ansonsten, so Jaenicke, versuche er “schon, so umweltbewusst wie nur möglich zu leben. Das fängt bei den Glühbirnen und beim Wasserkonsum an, ich habe in jeder deutschen Großstadt ein Fahrrad stehen, damit ich mich nicht mit dem Auto fortbewegen muss, zu Hause fahre ich seit Jahren das umweltfreundlichste Fahrzeug am Markt. Ich esse seit 20 Jahren kein Fleisch, recycle alles, was geht, und kaufe umweltverträgliche Produkte.”

    Mit den Worten “Je älter ich werde, desto wohler fühle ich mich in der nicht zivilisierten Welt” ließ sich Hannes Jaenicke einmal zitieren. Aber geht das im schicken Kalifornien überhaupt? “Absolut”, entgegnet der Schauspieler. “Wenn man nur ein bisschen rausfährt, ist man ganz schnell in völlig unberührten Landschaften. In der Sierra Nevada wohnen pro Quadratkilometer 0,6 Menschen. In Kalifornien stößt man wirklich auf einen Spagat zwischen Überzivilisierung und Leben im Einklang mit der Natur. Wenn Sie sich wirklich gesund ernähren und alternativ leben möchten, geht das in den USA besser als an jedem anderen Ort der Welt. Kalifornien und der pazifische Nordwesten sind berühmt für diesen Lifestyle.”

    Und wie sieht der Lifestyle von Hannes Jaenicke aus? Als “fanatischer Wassersportler” bestehe in seinem Alltag kein Mangel an der Naturerfahrung: “Ich segle, surfe, bin Kyte-Surfer und Windsurfer. Ich lebe am nördlichen Ende von Los Angeles, an der Grenze zu Malibu, da kann man das ganz gut ausleben.”

  3. reinxen schreibt:

    Während Zoo-Eisbärenbabys wie Knut die Welt entzücken, läuft für die weißen Riesen in der Arktis ein tödlicher Countdown: Nur noch knapp 25.000 Exemplare gibt es auf unserem Planeten – Tendenz fallend. Die Hoffnung für die Eisbären sinkt mit steigenden Temperaturen. Der Klimawandel heizt den Tieren die Lebensgrundlage unter den Pfoten weg. Jahr für Jahr verschwinden die Eismassen der Arktis schneller und endgültiger. Und damit die Jagdreviere und Kinderstuben der Eisbären.

    Doch nicht nur der Klimawandel macht den Tieren zu schaffen: Noch immer werden Eisbären gejagt, ihr Lebensraum wird verschmutzt, von Menschen besetzt und ausgebeutet. Da sie das letzte Glied in der arktischen Nahrungskette sind, bedrohen zudem auch Umweltgifte die Existenz der Eisbären.

    Für seinen Film reist Hannes Jaenicke zunächst in die kälteste und menschenfeindlichste Region dieser Erde – in die kanadische Arktis, nach Churchill – die selbsternannte “Eisbärenhauptstadt der Welt”.

    Zusammen mit dem deutschen Eisbärenexperten und Arktis- spezialisten Matthias Breiter untersucht Jaenicke vor Ort Bedrohungen und Ursachen für das Sterben von Knuts letzten Artgenossen.

    Bei seinen fast hautnahen Begegnungen mit wilden Eisbären verfolgt der Schauspieler immer auch ein klares Ziel: Zusammenhänge aufdecken, Schuldige ausfindig machen, retten, was zu retten ist. Und vor allem die Schönheit, Einmaligkeit und Erhabenheit des “Königs der Arktis” der Welt ein Stückchen näher zu bringen.

    Weltweit leben Hunderte Eisbären in Zoos oder in Zirkusunternehmen oft bei Temperaturen jenseits der 30°C. Die Haltung ist nicht unumstritten. Trotz aller Bemühungen der Zoofachleute zeigen viele Bären Verhaltensstörungen – so auch “Cute Knut”, der wohl prominenteste Eisbär der Welt. Bei einem Besuch im Berliner Zoo erlebt Hannes Jaenicke den Besucherliebling winkend und wenig majestätisch. Je mehr Jaenicke sich mit dem Schicksal der Eisbären auseinandersetzt, umso absurder werden die Fakten, die er erfährt.

    So wird trotz der alarmierenden Bedrohung immer noch Jagd auf den Eisbären gemacht – nicht aus Notwendigkeit, sondern aus purer Lust am Töten. In Kanada zum Beispiel dürfen die Bären ganz offiziell abgeschossen werden. Das Geschäft mit dem Eisbären lockt – auch deutsche Veranstalter. Für 30.000 Euro kann man bei uns ganz legal eine Eisbärenjagd buchen. In Dortmund, der größten Jagdmesse Europas, stellt Jaenicke die deutschen Jagdveranstalter und Jäger zur Rede.

    Doch am Ende sind wir alle gefragt. Jeder Einzelne von uns kann etwas zur Rettung des Eisbären beitragen. Denn der Klimawandel ist eine globale Angelegenheit, die nicht nur die Eisbären, sondern uns alle massiv bedroht.

    Kritik
    Nach der überaus gelungenen Dokumentation «Hannes Jaenicke – Im Einsatz für Orang-Utans» macht sich der Schauspieler in der Fortsetzung für Eisbären stark. Die Thematik ist ähnlich, die Hintergründe jedoch deutlich anders. Während es in der letztjährigen Ausgabe primär um Korruption ging, die der Misshandlung und Abschlachtung von Orang-Utans Tür und Tor öffnen, wettert Jaenicke dieses Mal gegen gewissenlose Jäger und die Klimaerwärmung. Dabei bedient er sich aber manchmal arg populärwissenschaftlicher Thesen, die so nicht immer haltbar sind, und hier und da gleitet er in eine sehr suggestive Al Gore-Manier ab. Das hätte er nicht nötig.

    Interessant und verständlich ist «Hannes Jaenicke – Im Einsatz für Eisbären» trotzdem. Besonders lobenswert ist hierbei Jaenickes investigatives Vorgehen. Er lässt sich mit einem “Nein” nicht abspeisen und handelt immer wieder hart an der Grenze der Legalität. Darüber kann man geteilter Meinung sein, der Wahrheitsfindung dient es jedoch unbestritten. Die Bilder, die er präsentiert, sind eindrucksvoll und auch seine Kommentare sind gut geschrieben. Schön ist es auch, endlich einmal einen Dokumentarfilmer zu hören, der eine perfekte englische Aussprache hat, statt des erbärmlichen Radebrechens, das man in deutschen Dokumentationen ansonsten ständig vorgesetzt bekommt.

    «Hannes Jaenicke – Im Einsatz für Eisbären» von Hannes Jaenicke und Judith Adlhoch ist insgesamt äußerst gelungen, wenn an manchen Stellen auch unnötig suggestiv.

    Das ZDF strahlt «Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Eisbären» am Dienstag, dem 8. September 2009, um 20.15 Uhr aus.

  4. reinxen schreibt:

    Hannes Jaenicke macht sich am heutigen Dienstag, 8. September, selbst Konkurrenz: Sat.1 zeigt um 20.15 Uhr den Familienfilm „Allein unter Schülern“, in dem Jaenicke als Lehrer eine Schar frecher Schüler bändigen muss. Zeitgleich sendet das ZDF die Dokumentation „Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Eisbären“. Mit seiner Doku über gequälte Orang-Utans in Borneo sorgte der Schauspieler voriges Jahr für Aufsehen. Wegen der großen Resonanz bekommt er jetzt eine eigene Reihe, in der er vom Aussterben bedrohte Tiere vorstellt, in weiteren Ausgaben kämpft er für Haie und Gorillas. Ein Gespräch über Umweltschutz und seine Aufgabe als Fernsehpappnase.
    Frage: Ihr Film über Orang-Utans hat für Aufsehen gesorgt und viele Spendengelder eingebracht, jetzt legen Sie eine neue Tierschutzdokumentation vor. Ist diese Arbeit befriedigender für Sie als das Drehen purer Unterhaltungsfilme?

    Hannes Jaenicke: Ich finde leichte Unterhaltung großartig und mache sie mit großem Vergnügen. Aber ich arbeite in einem Medium, das unglaublichen Einfluss hat, und ich fände es sträflich und schändlich, das Fernsehen nicht auch mal für etwas wirklich Sinnvolles zu nutzen. Ich bin seit meiner Jugend ein umweltbewegtes Menschenkind, und mit dem Projekt bin ich von Sender zu Sender gezogen – das hat gedauert. Das ZDF war der einzige Sender, der sich getraut hat, und ganz ehrlich: Würde da nicht der Name der Fernsehpappnase Jaenicke draufstehen, hätte kein Mensch den Film über die Orang-Utans gemacht. Dass das so ein Riesenhit wird, konnte keiner wissen. Aber die Quoten und das Medienecho waren bombig, und jetzt machen wir eine Reihe daraus.
    Ihr neuer Film, in dem es um Eisbären geht, läuft sogar zur besten Sendezeit. Ist er so schockierend wie der erste?

    Jaenicke: So hart wie der Film über die Orang-Utans ist er zwar nicht. Aber kaum einer weiß, dass der Eisbär noch munter gejagt, abgeknallt und als Kaminvorleger nach Deutschland importiert wird. Diese abartigen Jagden zeigen wir natürlich. Was die Eisbären aber eigentlich bedroht, ist unser CO•-Ausstoß. Wir können den Eisbär nur retten, indem wir unser Energieverhalten ändern und so die Polkappe erhalten. Wir heizen dem Eisbären sein Wohngebiet weg, mit jedem Geländewagen, jeder unnötigen Autofahrt, mit der ganzen Billigfliegerei für 19 Euro. Es gibt in dem neuen Film deshalb auch keine Spendenadresse, wo die Leute sich sagen können: Ich schicke da ein paar Euro hin und rette damit ein paar Tiere.
    Über welche anderen bedrohten Tierarten wollen Sie in Zukunft berichten?

    Jaenicke: Im nächsten Film geht es um Haie, er ist nach meiner Meinung der bisher beste Beitrag und läuft auch zur besten Sendezeit. Je nach Quote wird die Reihe danach auf jeden Fall in irgendeiner Form weitergehen. Wir machen etwas über Meeressäuger, außerdem bereiten wir eine Folge über Gorillas im Kongo vor, wo wegen des Abbaus eines für Handys und Laptops wichtigen Rohstoffs der letzte Regenwald abgeholzt wird und die letzten Gorillas abgeschlachtet werden.
    Bereiten Ihnen der rücksichtslose Umgang mit der Natur und die Tierquälerei, die Sie erlebt haben, schlaflose Nächte?

    Jaenicke: Ich weiß ja vorher, was mich erwartet. Was mich mehr aufregt, ist, welches Gefühl der Ohnmacht die Leute angesichts der ganzen Umweltkatastrophen an den Tag legen. Resignieren bringt doch nichts, und in Wahrheit kann jeder Einzelne ziemlich viel machen, ohne dass es wehtut. Es fängt damit an, dass man die Heizung runterdreht, ein sparsames Auto fährt, mehr mit dem Fahrrad unterwegs ist und bei den Standby-Geräten den Stecker zieht. Ich habe meinen Wäschetrockner abgeschafft, weil er ein Riesenstromfresser ist. Die meisten Menschen sind unglaublich schlecht informiert über diese Dinge. Es ist eine der Aufgaben des Fernsehens, daran etwas zu ändern.
    Sie haben aber nicht nur Eisbären in freier Wildbahn gefilmt, sondern auch Knut im Berliner Zoo besucht . . .

    Jaenicke: Ja, und als der Kameramann sein Stativ aufgebaut hat, kam Knut sofort angetapert, hat sich auf die Hinterbeine gesetzt und uns zugewinkt. Das war natürlich merkwürdig. Andererseits können wir ja nicht erwarten, dass sich so ein Tier benimmt wie seine Artgenossen in der Wildnis. Und da die Polkappe schmilzt, sind Zoos vielleicht die einzige Möglichkeit, Eisbären zu erhalten. Es wird diese Tiere in freier Wildbahn in zwanzig, dreißig Jahren nicht mehr geben, genauso wie Orang-Utans, Raubkatzen oder Gorillas. Im Zoo ist zwar keine artgerechte Haltung möglich, aber es wird der einzige Ort sein, diese Tiere zu sehen, und vielleicht kapiert der Mensch dann, was er angerichtet hat und dass er mit der Natur anders umgehen muss.

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