Zoogeschichten
Geschichten aus dem Zoo – Eisbärbabies Knut, Flocke und Co. …

Gondwanaland im Leipziger Zoo

::. Drachenkopf .::
Geschrieben in Allgemein  von reini am 8. Juni 2011

Früher war alles anders, da gab es noch nicht so viel von allem, nicht so viele Sorten Eis, weniger Kontinente. Gondwana war der Großkontinent, der im Perm die Kontinente Afrika, Südamerika, Antarktika, Australien und Indien umfasste. Im Leipziger Zoo entsteht er gerade neu.

Der Countdown läuft

In einem Monat, am 1. Juli, öffnet im Leipziger Zoo die Tropenerlebniswelt Gondwanaland. In dem 1,65 Hektar großen Tropenwald mit Flusslauf und Hängebrücken wird letzte Hand angelegt. Die Gehege sind in der Endvorbereitung, die Wassertechnik wird angelassen.

Ab dem 01. Juli wird in Gondwanaland die Urzeit wieder lebendig. Auf einer Fläche von 16.500 Quadratmetern können Zoobesucher exotische Pflanzen und Tiere von den verschiedenen Kontinenten bewundern und sich einen Eindruck verschaffen, wie es vor 260 Millionen Jahren ausgesehen haben könnte. In der lichtdurchfluteten Tropenhalle mitten in Leipzig können Interessierte bei einer Bootsfahrt auf dem Fluss ‘Gamanil’ oder auf Dschungelpfaden durch den Regenwald Einblicke in Ökosysteme erhalten, die längst bedroht sind. Der 390 Meter lange Wasserpfad führt durch eine Landschaft voller Palmen, Orchideen oder Kakaobäume, und auch durch einen Stollen, in dem man dank Mulitmedia-Animation eigene Eindrücke der Entwicklungsgeschichte der Erde sammeln kann.

Bepflanzt ist der Urwald mit rund 17.000 Bäumen und Pflanzen aus 500 Arten und etwa 300 Tiere werden in der Halle angesiedelt. Konzeptionell war die Tropenhalle eine große Herausforderung für die Initiatoren. Die Besucher sollen den Eindruck haben, dass die Tiere sich frei bewegen. Die Arten müssen in Beachtung der Nahrungskette und tierischer Neigungen zusammen leben können und es sollte bei der Ansiedlung der Tiere die Unterteilung der Halle in die verschiedenen Kontinente beachtet werden, um den Besuchern alles im richtigen Kontext zu vermitteln. Anfang Juni wird die Mehrheit der Tiere in Gondwanaland einziehen und dort zum Teil vergesellschaftet als auch in Einzelgehegen eine neue Heimat finden. Die sechs Tempelschildkröten aus dem Botanischen Garten in Hongkong dürften sich schon eingelebt haben, die Tiere wurden bereits im Januar 2010 nach Leipzig gebracht.

Für die Besucher der laut Junhold in dieser Form einzigartigen Tropenhalle gibt es auf jeden Fall mehr zu sehen als die schielende Heidi, die mit zwei Gefährten aus einem dänischen Zoo an die Pleiße kam. Insgesamt werden 300 Tiere aus 40 Arten und 17 000 Pflanzen aus 500 Arten den nach dem Urkontinent Gondwana benannten Tropenwald bevölkern. Fast 70 Millionen Euro hat das ehrgeizige Projekt gekostet.

Für die Besucher steigt der Zoo-Eintrittspreis von 13 auf 17 Euro. Kinder müssen 10 Euro – einen mehr als bisher – zahlen. Wer den Urwald per Boot erkunden will, muss noch einmal extra in die Tasche greifen.

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