Interesse an Eisbären ungebrochen
Lange Menschenschlangen sieht man vor dem Eisbärengehege in der Wilhelma keine mehr. Haben die Stuttgarter also das Interesse an Wilbär verloren? Keineswegs. “Das hängt in erster Linie mit dem Umzug in das größere Becken zusammen”, erklärt Wilhelma-Sprecherin Isabel Koch. Seine ersten Schwimmversuche unternahm Wilbär noch im kleineren der beiden Eisbärengehege. Dort mussten sich die Schaulustigen vor eine etwa fünf Meter breite Scheibe drängen. Vor zwei Monaten ist er zusammen mit Mutter Corinna umgezogen.
Der getrennt lebende Vater Anton musste ins kleinere Becken. Nun verteilen sich die Wilbär-Beobachter entlang einer 40-Meter-Glasscheibe. Außerdem haben die Besucher nicht mehr nur vier Stunden, sondern den ganzen Tag Zeit, um einen Blick zu erhaschen.
Auch ohne Warteschlangen zählte das Zoopersonal an den ersten Wochenenden der Sommerferien pro Tag bis zu 15.000 Besucher. Genauso viele wie in den ersten Wochen der Wilbär-Show. Das ungebrochene Interesse am Eisbärenjungen macht sich an der Kasse bemerkbar. Bis Ende Juli hat die Wilhelma 45.000 Tages- und 4000 Jahreskarten mehr verkauft als im selben Zeitraum des Vorjahres, was bis dahin das Rekordjahr in der Zoogeschichte war.
“Sicherlich ist Wilbär für einen Teil dieses Zuwachses verantwortlich”, sagt Fritz Korherr, Verwaltungsleiter der Wilhelma. Wie viel dieser Anteil ausmacht, kann er aber nicht sagen. Jedenfalls sind die Einnahmen aus dem Eintrittskartenerlös gegenüber Juli 2007 von 6,3 Millionen Euro auf mehr als sieben 7 Millionen Euro gestiegen. Dies entspricht einem Wachstum von mehr als zehn Prozent.
Auch mit dem Merchandising-Geschäft ist Korherr zufrieden. Bislang nahm die Wilhelma damit etwa 60.000 Euro ein. Manche der Wilbär-Produkte kommen dabei deutlich besser an als andere. Von den Nudeln wurden bislang schon mehr als fünf Tonnen verkauft, auch das Buch zum Bär ist sehr beliebt. Mehr als 5000 Stück gingen über die Ladentheke. Hingegen entpuppten sich die Poster und Daumenkinos eher als Ladenhüter.
Das kann Christoph Lang, Juniorchef der gleichnamigen Bäckerei-Kette, bestätigen. “Wir haben nur etwa zehn Prozent von den Postern und Daumenkinos verkauft, die uns der Hersteller geschickt hat.” Der Verkauf des eigenen Wilbär-Müsliriegels ist hingegen erfolgreicher. In den 80 Filialien wurden bislang 4500 Stück verkauft.
Jeweils ein Zehntel des Verkaufspreises der Wilbär-Produkte gehen als Lizenzgebühren an die Wilhelma. Davon muss die Wilhelma zehn Prozent an die mit dem Wilbär-Marketing beauftragte Agentur Stuttg-Art abgeben. Die Auftragsvergabe sorgte im Frühjahr für Aufsehen, da die Geschäftsführerin der Agentur, Karin Graf, die Lebensgefährtin von Flughafen-Chef Georg Fundel ist, der zugleich dem Wilhelma-Freundeskreis vorsitzt. An der Wilbär-Vermarktung dürfte die Agentur mit Basishonorar und dem Anteil an Lizenzgebühren bislang etwa 17.000 Euro verdient haben.
Für die Einnahmen aus dem Merchandising hatte Wilhelma-Chef Dieter Jauch im Frühjahr als Zielvorgabe die Summe von 100.000 Euro formuliert. Nun geht er davon aus, “dass wir unser Ziel bis zum Jahresende auch erreichen”. Seine Prioritäten liegen aber nach wie vor woanders. “Ein gesundes Bärchen ist mir am wichtigsten.”
![" Majestic Hospitality on Hermosilla 2 [ With the Hard Rock Cafe facing Plaza de Colon : Paseo de la Castellana : Calle Serrano ] in the heart of Madrid "](http://www.zoogeschichten.com/wp-content/cache/6843008819_cb716d1ae8_m.jpg)





